Datenschutz Impressum

Leben mit posttraumatischer Belastungsstörung

und mit Jesus

verstehen-erzählen-wachsen

Tabus brechen

Leben mit posttraumatischer Belastungstörung, Sturmflut
"Gefühlsstürme", Nordsee ©Foto: S.D.Q.
...Beginn des Textes...

Mein Alltag mit PTBS

Hier beschreibe ich meinen Alltag mit den Beschwerden der einfachen und komplexen posttraumatischen Belastungsstörung. Aber auch mein "alternatives Berufsleben", wie ich es nenne, erläutere ich. Irgendeine Aufgabe braucht jeder Mensch, denk ich. Und ich wollte der Gesellschaft etwas zurückgeben, aber nur soweit, wie es meine Kräfte zulassen.

Inhalt:

Nur vorsichtshalter: ! Trigger-Warnung für Pkt. 9b + 18!




Mein Alltag

Der täterloyale Anteil ist mein Seelenanteil, der mit dem Täter verschmolzen ist. Er ist immer aktiv und suggeriert pausenlos, dass ich es verdient habe zu leiden, und dass ich ein ganz schlechter Mensch bin, und dass Leiden mein alleiniges, ewiges Schicksal ist. Es sagt aber auch, dass ich nicht sein darf, nicht leben, nicht fühlen, nicht atmen darf, ja, als ob ich mich "wegmachen muss", weil ich ein lästiger Tumor bin, der stört. Dies interne Programm ist so subtil. Ich höre es nicht in Worten, sondern es ist sowas wie eine Identität, eine "DNA". Es ist so tief in meiner Seele verankert, dass ich es erst im Laufe der Zeit entschlüsseln konnte, was dieses namenlose Grauen eigentlich in direkten Worten sagt und wie es meine Handlungen absichtlich ständig in falsche Richtungen lenkt.

Es hat u.a. dazu geführt, dass ich in Therapien zwar fleißig mitarbeite, aber jeder Schritt echter Heilung im Hintergrund doch sabotiert wird. Oder ich stürze mich in Jobs, Beziehungen, Therapeuten-Patienten-Beziehungen, Freundschaften, Bekanntschaften, die meine kindliche Vergangenheit reinszinieren, wo ich genau so behandelt werde wie in meiner Kindheit und wo ich dann wie gelähmt verharre. Da dieses in mir installierte "Programm" aber immer schon da war, hab ich es nie wirklich durchschaut oder gar hinterfragt. Als dann der kognitive Durchbruch kam, war es eine Erleichterung. Jetzt zumindest kenne ich den bösen Feind in mir.

Das Täterintrojekt ist wohl mein Hauptproblem und eine tödliche Bestie, eine falsche, desaströse Programmierung in meiner "DNA".

Am 04.08.2020 von jetzt auf gleich hat Gott mich von diesem Laster erlöst und geheilt. Auf meinem Facebook-Blog: "Leben mit komplexer PTBS" thematisiere ich das großartige Ereignis.

Die mildere Wirkung des Täterintrojekts ist mein Minderwertigkeitsgefühl. Das habe ich leider immer noch und kann schnell angetriggert werden. Ich denke dann schnell, ich habe was falsch gemacht oder beziehe ohne Grund Dinge auf mich. Ich bin mir dessen schon bewusst, dass diese Entschätzung nicht immer real ist. Aber es fühlt sich immer noch sehr real an.

Ich fühle mich wie ein lebendige Leiche.

Er fühlt sich an, als ob ich wahrhaftig gestorben bin, vor allem nach der Entführung mit 10 Jahren kam dieser Zerbruch wie ein innerer Seelentod, siehe meine kreative Kunsttherapie zu diesem schlimmen Ereignis. Dieser Schmerz lähmt mich, aber paradoxerweise macht er mich auch total unruhig. Und er macht mich lebensunfähig. Zu Lächeln trotz dieses Zerbruchs ist antrainert und kostet enorme Kraft. Es gibt keinen Weg dazwischen. Nur: gesamter Schmerz ohne Kontrolle oder gar nichts spüren. Diese körperliche Erstarrung tut oft richtig körperlich weh. Vor allem meinen Kiefer zum Reden zu bewegen, ist oft unerträglich. Es ist so, als ob diese Lähmung zu stark ist und Erstarrung mein einziger möglicher Zustand ist, den es für mich gibt. Rede ich dann trotzdem, dann tut das meinem Körper (Kiefer) weh: mal mehr, mal weniger.

unkontrollierbare Flashbacks oder gar nichts fühlen.
"Gefühlsstürme", Nordsee ©Bild: S.D.Q.

Diese Dissoziation ist auch ein sehr ausgeprägtes Problem, mit dem ich nahe zu jeden Tag zu kämpfen habe. Nach der Vergewaltigung mit 21 Jahren, die - natürlich - die Vergewaltigung mit 10 Jahren getriggert hat, hat meine Psyche diesen leidhaften Mechanismus als Überlebensstategie entwickelt. Meine Psyche hat mich eine zweite Identität erschaffen lassen. Sie ähnelt meiner in allen Eckdaten, aber nicht zu nah, um zu sehr an meiner wahren Lebensgeschichte dran zu sein, aber auch nicht zu weit entfernt, als dass ich mich nicht mit ihr identifizieren könnte. Ein Dipl.-Psychologe mit viel Traumaerfahrung sagte mir mal, das sei eine Vorstufe zu einer dissoziativen Identitätsstörung.

Die Besonderheit ist: Ich lasse zwanghaft alle wichtigen Szenen meines Lebens (vor Trauma, während des Traumas, nach dem Trauma) in abgewandelter Form mit deutlich positiverer Färbung ablaufen: Die ganz schlimmen Sachen lasse ich im Detail aus. Und der entscheidende Punkt ist, ich baue viele fiktive Helferpersonen ein, die mir in meiner Fiktion helfen zu heilen.

Das Problem dieses Ganzen ist, dass es süchtig macht, da es körpereigene Opioide ausschüttet. Das sagte mir persönlich ein internationaler Traumaforscher. Das heißt, ich will ständig wieder in diese Identität einsteigen. Kaum sehe ich eine zufällige Szene auf der Straße (z. B. einen auffälligen Bartwuchs bei einem Mann), dann habe ich den Wunsch, diese Szene in meine Traumwelt einzubauen und wieder damit anzufangen.

Fange ich damit einmal an, kann ich das 8-10 Wochen pausenlos tun, bis ich es endlich wieder schaffe, es krampfhaft zu unterbinden. Ich dissoziiere dann in diese Tagtraum-Identität in jeder freien Minute, an der Kasse im Supermarkt, an der Ampel, auf dem Sofa sitzend, auf der Toilette, beim Duschen, sogar beim Fahrradfahren. Nachts kann ich nicht schlafen gehen, weil ich zwanghaft in diesem Zustand verweilen muss. Aber es ist auch leider komplett verlorene unproduktive Lebenszeit. Daher versuche ich diesem täglichen Drang, nicht mehr nachzugehen. Ich bin also medizinisch seit mehr als 20 Jahren täglich auf Opioidentzug.

Am 04.08.2020 von jetzt auf gleich hat Gott mich von diesem Laster erlöst und geheilt. Auf meinem Facebook-Blog: "Leben mit komplexer PTBS" thematisiere ich das großartige Ereignis. Aber es bleiben mir noch sehr viele andere psychische Wunden und Schäden...

a. Sonstige Dissoziation

Seit neustem dissoziiere ich wenige Male, ohne es zu merken, dass ich weggetreten war, das heißt, dass mir Zeit fehlt. Zum Bespiel:
1.) Ich will 2 kg Kartoffeln schälen und bin mit der ersten fertig und denke: "Oh, ich habe heute keine Lust soviele Kartoffeln zu schälen" und greife zur nächsten, dann stelle ich erschrocken festig, dass ich schon alle ca. 20 Kartoffeln geschält habe. Es fehlen mir also ca. 5 Minuten.
Oder 2.) Ich räume in meiner Wohnung auf, plötzlich bin ich unbemerkt "weg" und plötzlich werde ich wieder wach. Es ist so ein Gefühl, als ob man morgens im Bett aus dem Schlaf aufwacht und sein aktives Bewusstsein erstmalig wiederbekommt. Dann stelle ich fest, dass ich ohne Bewusstsein für einige Zeit war. Dieser Moment beim Aufwachen ist sehr furchteinflößend, denn ich habe keine Kontrolle über mein Bewusstsein. Hier unter Punkt 3 finden Sie eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Dissoziation.

Das Bewusstsein mit offenen Augen zu verlieren, ist für mich das Allerschlimmste, weil es außerhalb des Alltäglichen liegt.

Nach einer schwierigen Phase und nach meiner Heilung vom 04.08.2020 ist es nicht mehr aufgetreten. Auf meinem Facebook-Blog: "Leben mit komplexer PTBS" thematisiere ich das großartige Ereignis.

Zum Anfang zurück

Ganz selten habe ich eine Derealisation, eine furchtbare Wahrnehmung, dass alles um mich herum nicht "echt" ist. Diese Wahrnehmungen hatte ich während ganz besonders schwerer Flashbacks. Es fühlt sich an, wie in dem Film "Die Truman Show", wenn man merkt, dass alles ein fake ist, siehe Wikipedia-Artikel, zuletzt abgerufen 6.3.2020: Film: Die Truman Show.

Durch die vielen Traumata in unterschiedlichen Lebensabschnitten ist jedes damalige Kind, auch die erwachsenen in ihrer Entwicklung stehen geblieben, quasi eingefroren. Ich bin also nicht nur einmal gespalten, sondern viele Male. Wenn ich mich trösten will, sind diese alten inneren "Kinder" wirklich in ihrer Zeit steckengeblieben und reagieren entsprechend ihrer Entwicklungsstufe. Damit ich sie wirklich ansprechen kann, nenne ich sie "Ihr alle, meine Süßen". Denn spreche ich nur eins an, fühlt sich keines so richtig angesprochen.

Seitdem ich weiß, dass es "viele von mir gibt", die sehr schutzbedürftig sind, komme ich in Tröstungsübungen ein kleines bisschen besser an Gefühle ran, wenn ich sie in Plual anspreche oder ihren eigenen Namen anspreche.

Das ist der Hauptpunkt, warum ich nicht mehr Vollzeit arbeiten kann. Ein paar Jahre nach der Entführung mit 10 Jahren habe ich mit offenen Augen geschlafen. In meiner schlimmsten Zeit nach der Vergewaltigung mit 21 Jahren bin ich alle 20 min aufgewacht, schreiend, schwitzend. Ich musste dann auf das verschwitzte Laken Handtücher legen und die Decke umdrehen. Wachte ich dann kurze Zeit später wieder auf, drehte ich sie wieder um. Oft war die Oberseite der Decke dann aber noch nicht getrocknet. Irgendwann tauschte ich die Handtücher aus und schlief unter einer 2. Decke. Morgens hatte ich immer einen riesen Berg Wäsche.

Heute schreie ich nicht mehr im Traum und schwitze nur noch selten wegen traumaspezifischer Alpträume, aber ich kann mich noch immer rein gar nicht entspannen. Alpträume habe ich so gut wie fast jede Nacht. In guten Zeiten schaffe ich es in ca. 1.5 Stunden einzuschlafen. In schlechten Zeiten, in Stresszeiten z.B. als ich diese Website erstellte, brauchte ich immer mindestens 3 Stunden und mehr. Wache ich dann nach ca. 4 Stunden auf (es können aber auch 2-3 Stunden sein), ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich erneut einschlafe (z.B. morgens um 6 Uhr) sehr gering, wenn ich morgens einen Termin habe. Dann habe ich nur ca. 4 Stunden geschlafen, oft weniger.

Schlafstörungen bei Traumafolgestörungen
"Keine Entspannung", Ebbe, Wattenmeer ©Bild: S.D.Q.

Habe ich keinen frühen Termin, schaffe ich es - unter enormen Anstrengungen mit Hilfe von inneren Übungen und mit Gebeten ggf. nochmal 30-45 min schlafen kann. Für mein Wohlbefinden ist genau diese 2. Runde Schlaf enorm wichtig.

Wenn ich dauerhaft morgens keine Zeit dazu habe, wenigstens auf 5.5-6 Stunden zu kommen, entkräfte ich zunehmend. Schlafe ich viele Tage hintereinander sehr wenig (max. 4 Stunden täglich, v. a. aber nicht am Stück), schwanke ich wie ein Betrunkender, schaffe es koordinativ nicht, um Kurven zu laufen. In der Zeit meiner beruflichen Reha habe ich einige Male aus Gründen des Schlafentzuges halluziniert. Ich sah dann immer bunte riesengroße "Kleckse", die nicht weggingen.

Da ich sehr viel Zeit brauche, um wieder einzuschlafen, hat es sich aus Erfahrung herausgestellt, dass ich immer ca. 11 Stunden im Bett brauche, um auf ca. 6 Stunden (mit Glück 6.5 Stunden) Schlaf zu kommen. Leider ist das in Rehakliniken nicht möglich. In langen Gesprächen mit der Stationsleitung erläuterte ich, dass ich mit jeder Woche in der Klinik mehr destabilisiere und keine Kraft mehr habe für Psychotherapie. Ich bekam dann in 2 Kliniken eine Sondergenehmigung morgens bis ca. 9 Uhr liegenzubleiben, auch wenn ich nicht mehr geschlafen habe. Viel hat das zusätzliche Ruhen nicht gebracht, weil es einfach zu wenig Zeit war, für die Möglichkeit doch wieder einzuschlafen. Aber wenigstens die Augen zuzumachen, war eine Wohltat, ohne dass die Schwestern frühmorgens die Decke wegzogen.

Schläft jemand neben mir, z.B. ein Partner, kann ich mich noch weniger entspannen. Ich habe immer größte Angst, dass er unbewusst sich umdreht und mich dabei aus Versehen berüht. Mein Alarmsystem ist dann voll auf Anschlag. Ich quetsche mich dann, soweit wie es geht, an den Rand. Auch wenn ich allein bin, habe ich immer diffus Angst, dass mir irgendjemand in den Nacken greifen könnte bzw. ich fühle mich so schutzlos, dass ich mir immer die Decke über den ganzen Kopf ziehen muss sowie seitlich um das Gesicht herum. Wenn es im Sommer sehr heiß ist, ist das ein echtes Problem, denn ohne das kann ich nicht schlafen.

Als ich als Anlageberaterin arbeitete, hatte ich für ca. 10 Monate ein eigenes Büro. In der Mittagspause sagte ich der Sekräterin, dass ich nicht gestört werden möchte. Ich legte mich dann unter den riesen Tisch und schloss die Augen und betete (in esoterischer Art), dass ich den Tag schaffen würde. Wie durch ein Wunder ist nie jemand reingekommen und hat mich unter dem Tisch erwischt. Geschlafen habe ich unter dem Tisch nie nur eine Sekunde.

Außerdem bin ich immer noch extrem geräuschmpfindlich. Selbst mit Ohropax im Ohr stört mich eine tickende Uhr an der Wand, dass ich so nicht einschlafen kann. Die Uhr muss ich abends dann extra abhängen.

In den Zeiten, wo ich dauerhaft nur ca. 4 Stunden geschlafen habe, aber funktionieren musste (z.B. in Schule/Ausbildung/Stuium, Reha), hatte ich täglich im Bahnhof den GEDANKEN, mich vor Erschöpfung vor die Bahn zu werfen, während meiner Ausbildung mich vom Studentenheim-Hochhaus zu stürzen, während meiner beruflichen Reha giftige Putzmittel zu trinken und in Klinken mich in der Dusche zu erhängen.

Zum Anfang zurück

Die soziale Phobie hatte ich schon immer und versuche sie nach Außen hin zu überspielen. Ich mag es nicht, in Gruppen zu sein und reden zu müssen. Sobald ich mehr als eine Person vor mir habe, beginnt der Fluchtinstinkt. Einfach still in der Gruppe zu bleiben, löst den Fluchtinstinkt jedoch leider nicht einfach auf.

Ich mag es noch weniger, wenn es Gruppen gibt, die sich themenspezifisch treffen, aber keine feste, klare Moderation haben. Oder es gibt eine Moderation, die aber nicht sehr umsichtigt ist und achtsam auf alle achtet, d.h. jedes kurze Armheben registriert. Gruppen, wo einfach nur - nach dem Recht des Stärkeren - reingerufen wird, sind mir ein absolutes Gräuel. Habe ich (auch in einer perfekt organisierten Gruppe) vor allen geredet, auch Leuten, die mir vertraut sind, bekomme ich davon nachts meine traumaspezifischen Gewaltalpträume. Offenbar hat sich mein allgemeines Angstgedändnis mit dem Trauma- Todesangstgedächnis ungünstig vernetzt, wie Psychologen sagen. Ich brauche mindestens 3 Tage und mehr, um mich von einer Gruppenaktivität zu erholen.

Aber auch an der Kasse "Einmal mit Karte zahlen bitte" zu sagen, während hinter mir einige Leute stehen, lässt mich oft rot anlaufen, aber auf jeden Fall mich stundenlang danach noch beschämet fühlen, früher sogar oft tagelang, als ob ich etwas falsches getan habe, um mich zu blamieren.

Bindungen sind ein schmerzhaftes Thema.

a. Reinszinierung

Ich habe mich bereits mehrmals dabei ertappt, dass ich mir Menschen (einen Partner, Freunde, TherapeutenInnen) suche, die mich in die kindliche Vergangenheit zurückversetzen lassen (sog. Reinszinierung: siehe letzten Abschnitt 3.5 von Bindungsstörung.) Das heißt, ich werde wieder schlecht behandelt, erniedrigt, kann mich aber nicht wehren. Aber das Muster habe ich jetzt endlich durchschaut. Hier finden Sie mein Gedicht "Für meinen Ex", wo ich diese Erfahrung verarbeitet habe.

b. Ängste

Meine größte Angst ist, dass mich mein Gegenüber nicht wirklich mag, nur meine "perfekt" inszinierte Seite, nicht die schwache. Oder dass mein (pot.) Partner und Freunde es sich doch noch anders überlegen, wenn sie mich wirklich kennen würden. Die Angst bessert sich mit der Zeit etwas, aber ich glaube, ein Teil des Zweifels bleibt immer. Folgendes ist keine Angst, sondern eher eine Hürde: Ich weiß nicht, wo und wie ich mit jemand "andocken" soll, wenn er/sie ein zu "perfektes" Leben führt. Wo wären unsere Gemeinsamkeiten im Alltag usw.? Aber ich arbeite daran, das mit Jesus loszulassen, so dass ich mehr das Schöne im Leben sehen kann.

c. Trigger in Beziehungen

Meine Trigger in Beziehungen sind z.B.: ungerecht behandelt werden, ignoriert zu werden, wenn ich grundlos für etwas beschuldigt werde.

Zuviel Nähe ist einfach anstrengend, jedoch nicht bewusst angstbesetzt. Und ich muss mich oft einfach allein zurückziehen bzw. etwas Zeit allein verbringen, um "Luft zu holen". Aber vielleicht kann ich es nur noch nicht richtig wahrnehmen. Ich fühle mich mir selbst und auch der ganzen Welt gegenüber entfremdet: Wie kann ich mich dann einem Menschen nahe fühlen?

Aber ich spreche hier erstmal nur von freundschaftlicher Nähe. Da ich erst eine richtige Partnerschaft hatte und dort diese innige Nähe nicht erfahren habe (weil mein Gegenüber nicht wollte), obwohl ich jedoch wollte, kenne ich meinen Zeitpunkt noch nicht, wo der Wunsch zum Rückzug (z.B. aus Angst) einsetzen würde.

Oder anders gesagt: Ich habe schon den Wunsch nach sozialem Kontakt, aber er ist schnell "gesättigt".

Zusätzlich ist es so, dass aufgrund meiner inneren Abspaltung und der daraus resultierenden belastenden Unfähigkeit zum Fühlen ich ein ambivalentes Verhältnis habe, neue Kontakte einzugehen: einerseits bin ich sozial, aber anderseits muss ich mich bei meinem Gegenüber menschlich "sicher" fühlen, also angenommen fühlen. Das ist bei neuen Kontakten schwieriger, weil ich mein Gegenüber noch nicht kenne. Daher sind neue Kontakte für mich viel schwieriger, v.a. wenn sie oberflächlich sind. Denn dann kann ich mich noch nicht verletzlich zeigen. Ich kann mich eher einem Menschen näher fühlen, wenn ich etwas Intimeres über ihn erfahre - über sein Leben, seine Wünsche, Träume, Ängste, irgendetwas halbwegs Persönliches. Auf der oberflächlichen Ebene kann ich mit Leuten nichts groß anfangen. Bestehende Kontakte versuche ich aufrecht zu erhalten, indem ich mich immer gelegentlich melde.

Treffe ich mich mit meinem Freund, dann kann es schon angenehm für mich sein. Aber da ich mit mir selbst so am kämpafen bin, bin ich immer wie innerlich auf der Flucht, unruhig oder nach paar Stunden brauche ich dann für mich wieder Ruhe und einen Rückzugsort.

Das ist traurig, denn vom Wesen bin ich ein sehr kontaktfreudiger, lustiger Mensch.

Zum Anfang zurück

a. Im Alltag:

Es triggern mich: Schreie von Opfern (z. B. in Krimis), jede Art von personeller Gewalt, wo einer sehr übermächtig ist, d.h. auch nur die Andeutungen wie in Märchen- oder Kinderfilmen, Leute, die hinter mir gehen, die ich nicht sehen, aber hören kann, Dunkelheit, einsame Natur, Männer, die dem Täter ähneln, nächtliches Licht von Laternen, oft auch flüchtige Berührungen (z. B. wenn mich jemand umarmt - der nicht mein Partner ist - und dabei nicht meinen Rücken, sondern meinem Brustkorb oder Hüfte berührt), Musik aus meiner Kindheit, Ärzte, wenn ich ein wichtiges Anliegen habe. Ein ganz besonders Trigger ist Silvester: überall Geknalle, unkontrollierbare Leute, wohlmöglich angetrunken werfen Böller. Eine Gefahrenquelle: Silver! Da bleibe ich lieber immer zuhause.

Beim Trigger Dunkelheit heißt das, sobald es wirklich stockdunkel ist, bekomme ich Herzrasen. Beispielsweise fuhr einmal die S-Bahn in den Tunnel im Hbf. ein. Mit etwas Verzögerung sprang das Licht an. In den Sekunden von maximaler Dunkelheit bekomme ich einen Todesangst-Flashback. Denn die Attacke des Täters (Vergewaltigung mit 21 Jahren), begann als es stockdunkel war. Sonstige Dunkelheit flößt mir auch Angst ein. Zum Schlafen nachts benötige ich die Dauerbeleuchtung einer Babylampe, denn in der Dunkelheit mich zu entspannen, ist ein Kampf gegen Windmühlen.

Die Angst vor der Dunkelheit kommt durch die Attacke meines Vergewaltigers als es stockdunkel war in freier Natur, fernab von bewohnten Häusern, siehe Über mich. Ich meide daher, durch dunkle Bereiche zu gehen. Selbst wenn ich in 100 Meters schon wieder Laternen sehen kann, ist das ein echter Trigger. Ich fahre manchmal z.B. mit Fahrrad trotzdem durch, zu Fuß ein No-Go. Aber wohl ist mir nie dabei. Nachts kann ich oft von der Panik vor der Dunkelheit träumen, auch losgelöst von Gewaltaspekten. Dieselbe Abneigung gilt auch für freie Natur. Ich würde mit einem (fiktiven) Hund niemals alleine durch einen Wald, nicht mal durch einen großen Park gehen. Wenn ich sehe, dass auch am Tage ein paar Fußgänger dort unterwegs sind, ändert es nichts an meiner Abneigung oder meiner Angst. Geht jemand, dem ich vertraue aber mit mir, ist das einfacher, obwohl nicht ganz angstfrei.

Ein anderer Alltagstrigger ist zum Beispiel, wenn ich in der Bahn sitze und Zeit habe meine Umgebung wahrzunehmen, dann kommt ständig der ekelige Gedanke: "Stell dir vor, dass du mit diesem Mann dort Sex haben müsstest." Dann sagt ich mir dann immer:" So ein Quatsch, Qautsch, Quatsch. Ich muss gar nix."

Fazit:
Von der Gewaltigung mit 21 Jahren haben ich bildhafte Flashback-Filme, von allen kindlichen Traumatisierungen emotionale, d.h. ohne Bilder im Kopf zu haben, aber dafür um so intensivere.

b. Trigger in der Sexualität

Es gibt in der Sexualität besonders die Trigger, wenn mein Partner sich nach dem Sex sehr kühl verhält, entweder unbeabsichtigt oder typbedingt. Es gibt gewisse traumabedingte Tabus, die der Vergewaltigung mit 21 sehr nahe kommen.

c. Dysfunktionalität in der Sexualität

Mein Hauptproblem ist aber wohl, dass ich nicht unterscheiden kann, ob ich etwas will oder ob ich es aus einer Art zwanghaften Haltung heraus (sog. Dysfunktionalität) tue, weil ich meine, dass der Partner es von mir erwartet und ich sozusagen glaube, keine andere Wahl zu haben, weil es sonst Ablehnung oder was-auch-immer gebe. Das heißt, ich kann Flashbacks und Trigger haben, agiere aber wie ferngesteuert und merkt nicht, dass ich - diesmal - gar nicht will, obwohl ich dabei sogar Wohlgefühle haben kann. Diese unbewusst verdrängten Gefühle fliegen mir dann danach aber um die Ohren. Aber noch schlimmer ist folgendes:

Mich beschimpft nach Sexualität eine Täterstimme in mir, warum ich schon wieder vertraut habe, ich hätte mir doch geschworen, niemals wieder zu vertrauen.

Um diese Wunde muss ich mich dann erstmal wieder kümmern.

Zum Anfang zurück

Meine Psyche und das Nervensystem sind immer auf Gefahr gestellt. Ich bin schreckhaft, zucke bei jedem kleinsten Geräusch zusammen, v.a. wenn ich versuche einzuschlafen. Mein Herzschlag geht höher, wenn jemand hinter mir geht. Ich scanne unbewusst sofort jeden Ort, den ich betrete, wie viele Personen, wer könnte verdächtig bis gefährlich werden, wo ist der nächste Fluchtweg usw.

Es ist so, als ob meine Gehirn/Seele jeden Moment darauf wartet, dass wieder was Schlimmes passiert.

Mein Allgemeinzustand ist sehr fragil. Kleinigkeiten können mich triggern. Je bösartiger, fieser und unerwarteter es war, um so stärker die Wucht. Das kann ein schimpfender Fußgänger sein, der nur schimpft, weil ich schon 2 Meter da Fahrrad fahre, wo schon Fußgängerzone ist. Danach bin ich vielleicht im besten Fall eine halbe Stunde geschockt oder auch einen ganzen Tag oder mehrere Tage merke ich die Wucht in der Seele: die Wut, die Ohnmacht. Ich versuche dann natürlich den inneren Sturm zu besänftigen, mit meinen persönlichen Skills Übungen bei Flashbacks und Tipps für Traumatisierte. Aber die Wucht des Einschlages ist definitiv um so stärker und langanhaltender, wenn ich mit der Person in einer Art familiären oder freundschaftlichen Kontakt stehe.

Es ist so, als ob meine Seele nicht unterscheiden kann, dass mir Geschimpfe etc. heute nicht mehr schaden kann bzw. dass es keine Relevanz mehr hat, indem es meinen Selbstwert mindert. Aber noch viel wichtiger ist: Ich kann mich bei negativen Gefühlen, so klein der Auslöser auch war, in keinster Weise regulieren. Ich fühle mich dem Gefühl hilflos ausgelieft wie ein kleines Kind.

Übrigens: Ich habe zwar Probleme, meine negativen Emotionen bzw. meine Flashbacks zu regulieren. Aber ich habe kein Problem mit Wut, die ich gegen jemand anderes richten könnte. Im Gegenteil: Ich habe Probleme, überhaupt meine Wut offen zu zeigen. (Ich arbeite daran). Ich persönlich kenne auch keinen komplex Traumatisierten, der nach Außen wütend wird. Mir ist immer unverständlich, warum in den Diagnose-Beschreibungen zur Komplex Posttraumatischen Belastungsstörung steht, Betroffene hätten "Probleme im Umgang mit Wut, Ärger".

Mein Nervensystem ist so instabil und starr wie ein eingerostetes Stück Metall. Ist es zusätzlich zu meinem normalen Anspannungszustand in die Höhe getriggert, dauert es ca. 5-10 Tage bis es wieder in meinen ursprünglichen "normalen" Zustand zurückkehrt, früher sogar 2-3 Wochen.

Mein Nervensystem reagiert auf alles: Aufregung, wegen eines positiven Termins oder die Fahrt in den Urlaub, worauf ich mich einfach nur freue. Das bezieht sich auch auf völlig einfache Reisen innerhalb von Europa, an Orte, die ich schon kenne, wo - nach außen betrachtet - wirklich nicht viel Neues oder Spektakuläres passiert.

Habe ich etwas erlebt, was mich - positiv - beeindruckt oder wo ich mich sehr konzentrieren musste, kann ich auch deswegen einige Tage noch schlechter schlafen als sonst. Mir ist aufgefallen, dass auch bei großer Freude mein Nervensystem auch so reagiert, dass ich am ganzen Körper zittere. Ob positiv oder negativ, jede Form von Aufregung reicht aus, um mein Nervensystem hochzupushen.

Das Nervensystem von jedem Menschen geht vor Aufregung hoch (bei Prüfungen z. B.), bei mir geht das Nervensystem dann aber nicht mehr so ohne Weiteres schnell zurück.

Ein Traumforscher sagte mir, wenn das leicht erregbare Nervensystem so stark entartet und somit zum eigenen Beschwerdebild wird, kann man das schon als gewisse Form von Epilepsie bezeichnen, aber bei PTBS-Patienten ist das ein Stückchen weit auch normal.

Daher habe ich ein großes Ruhebedürfnis: keinen Streit, keinen Stress, wenig neue Überraschungen. Und ich wünsche mir Harmonie, viel Routine und manchmal nötigen Rückzugsraum für mich.

Zum Anfang zurück

Sehr schnell gerate ich in Situationen - eigentlich banalere - die mich wieder zum Kind werden lassen. Ich bin dann verzweifelt und vor allem denke ich, dass ich dafür nicht stark genug bin. Vor Angst und Erstarrung bin ich dann wie gelähmt, unfähig zu denken.

Es sind Ohnmachtsgefühle, die aus dem Nichts zu kommen scheinen.

a.  in Gesprächen

Sie ist in Phasen so ausgeprägt, dass ich manchmal 30 min jemanden zuhöre und wenn's hochkommt, einen Satz zum Inhalt sagen kann. Oft sagen mir dann Leute "Das hab ich dir neulich schon erzählt". Ich merkte schon in der damaligen Situation, dass ich nicht den Faden halten konnte. Es ist nicht immer ganz so extrem, aber ich weiß um den Umstand und versuche mich immer vorzubereiten und so zu konzentrieren, wie ein Pilot, der zu einer schwierigen Landung ansetzt.

b. beim TV-Konsum

Meine Unfähigkeit zur Konzentration ist sehr störend.

Bevorzugt schaue ich daher Quizshows, Interviews oder ältere Serien und Filme, die ich schon kenne. Schockmomente bleiben mir zusätzlich so erspart, und es stört mich gar nicht, etwas schon zum 10x zu sehen.

Da ich die meiste Zeit gefühllos abgespalten bin (siehe hier meinen inneren Zerbruch), fühle ich keine Integrität, keine Ganzheit meiner Person. Das heißt: Wer ich bin, weiß nicht. Aber es ist nichts Philosophisches, sonders etwas ganz Reales. Ich bin mir selbst fremd. Sehe ich meinen Pass, ist es so, als ob die meiste Zeit, keine Verbindung fühle, wie der von einer fremden Person. Es ist als ob ich keinen Bezug zu mir und zu der Umwelt habe.

Es ist so als ob seit dem Ärztepfusch 2005 (Abschnitt relativ unten), denn ich nur durch ein Wunder überlebte, die Zeit stehen geblieben ist. Und nun bin ich vor ein paar Jahren "aufgewacht" und denke immer, ich bin mindestens gute 10 Jahre jünger, als ich es tatsächlich bin.

Zum Anfang zurück

Das Entfremdungsgefühl habe ich schon sehr lange. Es hat aber im Laufe der Zeit immer mehr zugenommen. Ich fühle mich dem "normalen Leben" nicht zugehörig, so als ob eine Wand mich von ihr trennt. Ich denke oft zusätzlich: "Was habe ich mit den "normalen" Menschen gemein, mit ihren Problemen? Mein Erfahrungsschatz trennt mich von ihnen." Ich bezeichne es oft als Unmöglichkeit des "Andockens". Wenn jemand jedoch eine schwere Last trägt: schwere Krankheit, ein Todesfall, Schicksalsschlag, schwere Gewalterfahrungen, Ausgestoßene, ungerecht Behandelte, Obdachlose usw. Mit diesem Menschen fühle ich mich sehr verbunden, viel mehr als den, der klassisch "glücklich" ein "normalen" Leben führt. Ob sich das noch mal ändert, wer weiß. Ich hoffe es.

Aufgrund meiner ständigen nervlichen Anspannung, Alarmbereitschaft das Schlimmste zu erwarten, sind meine Muskeln ständig verspannt.

An der Beinen führt das zu sich wiederholenden, schmerzenden Zerrungen.

Sekundäre Traumatisierung, Traumafolge
Einfaches Spannungsmessgerät ©Bild: S.D.Q.

Mein Lieblingsgebiet (Mathematik, Technik und Naturwissenschaften) ist von meinem Gehirn mit Todesangst, Ohnmacht und Verzweiflung verbunden worden, genannt sekundäre Traumatisierung: siehe Punkt 3.1. Das alles sind aber Gefühle, die eher auf die Vergewaltigung mit 21 Jahren zutreffen als auf das Gebiet der Technik. Aber meine Seele hat (Todes-)Angst mit Technik verknüpft, weil ich während der Ausbildung diese sexuelle Gewalt erlebte. Vor Jahren triggerte mich eine bloße Bruchrechnung (5. Klasse), dass ich davon nachts schwitzende Alpträume hatte. Der höchste Trigger sind elektronische Schaltungen.

Denn direkt nach der Gewaltstraftat musste ich ein anspruchsvolles elektronisches Berufspraktikum in der Forschung von Mess- und Wiegetechnik machen. Jetzt ist das Triggerlevel etwas hochgegangen. Das heißt, es triggern mich eher die schwereren Aspekte. Das ist vergleichbar wie mit der sexuellen Traumatisierung: Der höchste Trigger ist die echte Sexualität, aber auch einfache Berührungen können, wenn man noch sehr untherapiert ist, triggern. Mein höchster technisch-mathematischer Trigger muss heute ein anspruchsvolleres Niveau haben als einfaches Bruchrechnen. Aber wenn in einer Technik-Doku nur eine einfache, grobe Skizze (z.B. von einem Atomreaktor) gezeigt wird, kann ich davon wieder alle Alpträume der Vergewaltigung haben, jedoch zusammen mit technischen Aspekten, die mir Angst machen.

Da Technik von meinem Gehirn mit sexueller Gewalt verknüpft wurde, triggert jeder Aspekt den jeweils anderen. Beispiel: Werde ich durch einen sexuellen Gewaltaspekt getriggert, träume ich auch angstvoll von Technik. Werde ich durch Technikaspekte getriggert, träume ich auch angstvoll von sexueller Gewalt.

Um mir ein höheren technischen Trigger zu suchen, habe ich mich entschlossen, den Quellcode dieser Webseite von der Pike auf selbst zu "programmieren".

Am PC zu friemeln war mittelmäßig mit Angst besetzt, das Schlimmere war, sich in Büchern den theoretischen Inhalt beizubringen. Ich fühlte mich dann zurückversetzt in die Zeit, wo ich (frisch durch die Vergewaltigung traumatisiert) in der Ausbildung saß. Neuer anspruchsvoller Stoff, Konzentrationsschwierigkeiten, Ängste, Druck. Ich wollte ja fertig werden mit meiner Website. Es ging also um etwas genauso wie in meiner Ausbildung.

Zusätzlich setze ich mich inhaltlich immer wieder mit der Elektronik auseinander. Um etwas Praktisches in der Hand haben zu können, habe ich mir ein einfaches Spannungsmessgerät gekauft (siehe Foto). Ich kann damit eine Kartoffelbatterie durchmessen oder ein paar Batterien usw.

Zum Anfang zurück

Ich habe ein Problem mit Zucker. Ich kann in Phasen so viel Süßes essen, dass ich weiß, dass es selbstschädigend ist. Das können ohne die normalen Mahlzahlen mitzurechnen, gern mal 2.000 kcal sein. Als Ausgleich fahre ich auf meinem kleinen Homefahrrad wie eine Wilde, gerne bis zu 5 Stunden täglich, um die aufgenommenen Kalorien zu verbrennen. Aber ich kann auch bis zu 10 Monate zuckerabstinent sein, bevor ich wieder einen Rückfall bekomme.

Mir wurde kürzlich bewusst, dass mein inneres Kind glaubt, den Tag ohne die Hilfe des Zucker nicht zu schaffen.

Der US-Psychologe Pete Walker schreibt dazu in seinem Buch "Posttraumatische Belastungsstörung - vom Überleben zu neuem Leben". Ein praktischer Ratgeber Überwindung von Kindheitstrauma", 2019, auf Seite 98, dass man Süchte, Verhaltensüchte und substanzgebundene Süchte als fehlgeleitete Versuche betrachten kann, um von inneren Schmerz abzulenken. Er appelliert daran, diesen Umstand für sich zu nutzen, um eine notwendige Motivation zu entwickeln, sich mit der Selbstberuhigung zu beschäftigen.

Mit seiner und meiner Erkenntnis versuche ich jetzt daran (mehr) zu arbeiten! Ich will meinem inneren Kind das Gefühl geben, dass wir es auch ohne schaffen können.

Durch meine geschädigte Psyche oder durch mein schwaches Immunsystem, weil ich nicht im Reinen mit mir bin (siehe Punkt: mein täterloyaler Anteil), habe ich:

Autoimmunerkrankungen:
des Blutes, der Schilddrüse, des Darm's, der Lunge, der Haut. Oder harmlose Hautverletzungen führen wiederholt zu schweren, bakteriellen Infektionen.

Unter meinem Punkt 2,4 erläutere ich den wissenschaftlichen Aspekt zu Autoimmunerkrankungen durch belastete Psyche.

Zur Fibromyalgie möchte ich noch erwähnen: Bis heute fehlt(e) der Beweis, dass die Fibromyalgie eine Erkrankung ist, denn bei PatientenInnen lassen sich "klinisch noch laborchemisch noch mittels apparativer Zusatzdiagnostik krankhafte Befunde nachweisen", Zitat aus [1]. Die Neurologin Dr. Claudia Sommer hat erstmals den organischen Beweis erbracht, dass bei Fibromyalgie "eine deutliche Schädigung der kleinen Nervenfasern" vorliegt. Die Schädigung zeigte sich durch eine geringere Empfindlichkeit auf Temperaturreize sowie durch eine geringere Anzahl von Fasern unter dem Mikroskop. Somit erfüllt die Fibromyalgie die Kritierien einer Erkrankung des Nervensystems, siehe [1]: Pressemitteilung der Uni Würzburg, von Gunnar Bartsch, 14.03.2013.

Interessant ist das Untersuchungsergebnis auch, dass depressive PatientenInnen keine Schädigungen an den Nerven vorweisen. Auch Fibromyalgie-Patienten können depressive Symptome vorweisen, aber nur sie zeigen diese Veränderungen an den Nerven, so die Pressemitteilung [1].

Meine Beschwerden: Oft spüre ich die Schmerzen nur so, dass mir 20% der maximalen Muskelkraft fehlt oder meine Muskeln schneller ermüden als von Nicht-Fibromyalgie-Erkrankten. Leider gibt es Phasen des seelischen Stresses, wo plötzlich für einige Wochen meine Arme und Beine so extrem schmerzen, dass mit mir rein gar nichts anzufangen ist, außer sich auszuruhen mit viel Wärme (Wärmflasche) und viel Bewegung ohne Intensität (Fahrrad fahren).

Zum Anfang zurück

Ich leide unter zahlreichen Ängsten und einer sozialen Phobie und habe trotzdem an einer KZ-Gedenkstätte Führungen gegeben, Erste-Hilfe-Kurse geleitet und hatte Einsätze als Sanitäter. "Wieso macht sie so was?", fragen Sie sich vielleicht. Ja, gute Frage. Ich liebe es, jemanden etwas beibringen, und ich mag Menschen helfen. Aber ich habe dadurch viele "Federn lassen" müssen. Mein Nervensystem war ständig am Anschlag. In meinem Leben habe ich früher immer privat Nachhilfe gegeben (Mathe 12 oder Physik 9+10). Alle meiner Nachhilfe"schüler" kamen später mit der Materie viel besser klar. Eine zeitlang dachte ich sogar, ich könnte Lehrerin für Mathe oder Physik werden.

Und Führungen an der KZ-Gedenkstätte zu geben, hatte für mich auch etwas Therapeutisches.

Ich gab dadurch schon verstorbenen oder getöteten Opfern von grausamster, systematischer Gewalt und Ungerechtigkeit verspätetes Gehör.

Das war für mich sehr wichtig, so als ob ich etwas von ihrem Leiden wiedergutmachen könnte. Für mich hat sich keiner eingesetzt. Ich setze mich jetzt für diese Opfer ein. Das war erfüllend. Allerdings habe ich mich nun entschieden, damit nicht mehr weiterzumachen, einerseits weil es mich doch zu sehr thematisch runterzieht und andererseits gegen meine soziale Phobie anzukämpfen ist, wie das letzte Fünkchen Kraft in mir wieder abzutöten.

Zum Anfang zurück

Jetzt bin ich sehr "zufrieden". Über eine Hilfsorganisation betreue ich als bezahltes Ehrenamt demente Senioren.

Ich bin wertgeschätzt von den Angehörigen, Kollegen, habe keinen Stress und bekomme von den Erkrankten auch etwas wieder.

Aber ich bin nur "zufrieden" hinsichtlich, dass ich für mich etwas Alternatives gefunden habe. Trotzdem fühle ich mich vom Leben noch immer total betrogen, hätte auch gerne länger meine Steuern bezahlt, mein Ingenieurstudium zu Ende studiert und mich beruflich und intellektuell verwirklicht.

2017 nach meiner belastenden Trennung von meinem Ex und dem 6-wöchigen emotionalen Absturz, fastete ich einen Tag, betete und lobpreiste den HERRN und bete ganz konkret:"

"Gott, Jesus, jetzt wäre ich wieder soweit. Wenn du möchtest, dass ich für dich etwas tue, dann sage mir wo und wann und ich tue es."

24 Stunden später wurde ich in der Stadt von Christen am Bahnhof angesprochen. Schnell stelle sich heraus, dass sie ChristenInnen mit Fremdsprachenkenntnissen suchen, die sich vorstellen können, sich für Zwangsprostituierte einzusetzen (Seelsorge, Gebet, Betreuung), um ihnen einen Ausstieg zu ermöglichen.

Ja, das konnte ich mir! Wow, danke, Jesus, für diesen Dienst! Ich kann mich sehr gut in die furchtbare Lage der Frauen reinversetzen. Gott/Jesus ist genial: Obwohl ich innerlich zerbrochen bin, hat er für mich den idealen Dienst gefunden, wie ich ihm mit Freude dienen kann! Und ich lernte, wenn ER will, kann er offenbar auch sofort auf Gebete antworten.

Zum Anfang zurück

Diese Frage kommt tagtäglich. Es gibt 3 Antworen:
a) gut [komplett gelogen]
b) geht so oder mittelmäßig [kommt der Wahrheit geringfügig näher]
c) normal [ist wohl die Wahrheit, ohne es präzise auszuformulieren.]
d) Sage ich mal ausnahmsweise "nicht gut" oder schlecht, kommt sofort: "Waaas, warum geht's dir denn schlecht?"

Meistens lächle ich am Tag und tue normal, was anderes habe ich nicht gelernt. Man darf sich nicht täuschen lassen von meinem Lächeln und meinen Scherzen. Allerdings kostet dieses Normal-Tun auch enorm Kraft. Je länger ich das tue, und um schlechter geht es mir danach. Oder anders gesagt: Ich brauche danach ein Ventil: z.B. Gebet, um Gott meine Gefühle zu bringen. Das heißt, ich bitte ihn diese Abspaltung kurz aufzubrechen.

Um es klar zu sagen: es geht mir NIE gut. Es gibt nur Tage, wo ich das Gefühle habe, ich kann mich gut selbst betrügen und für eine gewisse Phase des Tages mit weniger Kraftaufwand meinen Tag schaffen.

Aber Gott hat am 4.8.2020 Wundersames getan, siehe meinen öffentlichen Facebook-Blog: "Leben mit komplexer PTBS."

Minora Symbol für neues Leben mit Jesus Christus
Eine Menora, jüdischer Leuchter ©Bild: S.D.Q.

Jesus ist seit 2016 die einzige Konstante in meinem Leben. Er hat mir gezeigt, wer ich wirklich bin: ein unglaublich geliebtes Kind Gottes! Das ist eine tiefe geistige-kognitive Gewissheit! Meine falsche Prägung (siehe hier meinen täterloyalen Anteil) sagt (noch) etwas anders. Aber jetzt habe ich Jesus und sein (heiliges) Wort an meiner Seite! Seine Wahrheit ist der Schlüssel zur Linderung und Heilung all meiner Wunden! Er ist für mich gestorben so wertvoll bin ich! Auch wenn mein täterloyaler Anteil (noch) das Gegenteil sagt!

Und Jesus bringt den Frieden, der nicht von dieser Welt ist (Johannes 14,27), und ich habe ihn bereits gespürt! Und es heißt, der heilige Geist lebt in mir (1. Johannes 4,15). Auch wenn ich mich innerlich (noch) tot fühle, ist er da. Ich nehme die Bibel da beim Wort! Und am 19.06.2016 wurde mir dies ins Herz gelegt, siehe hier meine Bekehrung von Buddha zu Jesus. Ich bin zwar sonst am Tage (noch), unfähig echte Freude zu empfinden! Aber die Erfahrung mit Jesus ist pure Freude gewesen, und war so lebensverändernd. Die Erinnerung trage ich in meinem Herzen - jede Sekunde!

Wenn ich bete, versuche ich diesen Zustand der Freude zurück zu kommen, nein, ich erinnere mich daran und bitte Jesus, dass er das wiederholt! Und obwohl ich am Boden bin, spüre ich ihn doch irgendwie. Und mittlerweile sogar mehr und mehr, dass ich nach intensivem Gebet (siehe: Punkt 4,3 mein persönliches Gebet) mich kurz geringfügig lebendiger fühle. Ich spüre eine minimale Tendenz nach oben. Ich spüre überhaupt jemals eine Bewegung - anstelle von Stillstand! Denn sonst war da nie auch nur eine kleine Veränderung. Und manchmal ist es ein Erfolg, dass ich nur wenige Sekunden, mich etwas weniger seelisch tot fühle, oder wenn ich einmal kurz über einen Witz herzlich lachen kann. Und das kommt von Jesus! ER! ist der Motor meines Lebens!

Das Gute ist, wenn mir Zweifel [an Heilung] kommen, halte ich mich - stur - an sein Wort. "Alles soll mir zum Besten dienen", wie es sinngemäß in Römer 8,28 heißt. Und die Bibel spricht vom Kampf zwischen dem alten Menschen und dem neuen Menschen im heiligen Geist , siehe (Römer 8). Und so fühle ich mich: Das Alte will mich dominieren, hat mich (noch) im Würgegriff. Aber den Samen des neuen Menschen hat Jesus mir schon in mein Herz gesät. Und seine Kraft ist immer stärker! Und danach richte ich mich aus: Mir immer wieder von Jesus den neuen Menschen kognitiv aber auch emotional im Gebet zeigen zu lassen! Jesus, Gott und der Heilige Geist heilen langsam mein Herz! Das kann ich spüren! Und mit diesen Momenten im Gebet lerne ich eine alternative, völlig, neue Wirklichkeit kennen, etwas, was ich bis jetzt noch nicht kannte.

Jesus ist zu meiner Basis meines Lebens geworden, mein Fährmann im Sturm dieses Lebens! Nach meinem Tod komme ich als Entschädigung zu Jesus! Und auch das wird fantastisch sein!

Mein Ziel etwas psychologischer ausgedrückt ist: Ich sehe jeden Flashback, auch die Dauerflashbacks nun bewusst als Chance zur Annährung an meinem blockierten Schmerz. Und: Ich möchte Freude wieder mit Jesus lernen, neu lernen. Denn ER hat die Kraft dazu. Und ich möchte den Schmerz irgendwie kontrollierbar/er machen und auch schrittweise auflösen. Ein Psychologe sagte mir mal, dass man "Schmerz nicht wie Angst durch ständige Konfrontation abschwächen kann. Schmerz bleibt Schmerz." Aber Gott, Jesus, der Heilige Geist kann diesen Schmerz transformieren! Ich bitte Gott darum, meine Scherben in etwas Neues zu verwandeln, siehe mein persönliches Gebet.

Gott hat mich auf der Intensivstation - nicht ohne Grund - vor dem sicheren Tod bewahrt. Auch wenn mein Leben nach äußeren Maßstäben zerbrochen ist, kann er meiner Seele dauerhaften Frieden und einen Sinn geben, der über das Betreiben einer Website hinausgeht. Irgendwas habe ich hier "noch zu erledigen"... für ihn und mit ihm. Ich bin auf dem Weg: Jesus ist meine Bestimmung! Und mit ihm werde ich heil(er) werden, dass meine Seele aus Zerbruch, Abspaltung und Schmerz zum Leben aufersteht. Mein Leben wird noch ein größeres Zeugnis, als das, als er mich von der Intensivstation gerettet hat! Und Gott hat mich "zerbrochenen Nobody" auserwählt, um für ihn Zeugnis abzulegen. Denn in 1. Korinther 1,28 und in Lukas 10,21 sagt Paulus bzw. Jesus (sinngemäßig), dass mit dem Erkennen des Evangeliums die Niedrigen, Unbedeutenen, die Unmündigen erwählt sind, um die Weisen und Mächtigen zu beschämen, siehe hier meine stärkenden Zitate.

Und wie es schien, hat Gott tatsächlich am 4.8.2020 plötzlich die Situation schlagartig und auf medizinisch nicht erklärbare weise ins Positive geändert, indem er mein Täterintrojekt geheilt hat. Jetzt habe ich neue Hoffnung, dass mein Leben doch noch lebenswerter werden könnte. Schauen Sie auf meinen öffentlichen Facebook-Blog: "Leben mit komplexer PTBS" vorbei, denn dort beschreibe ich meine erste wahre (Teil-)Heilung, die ich je erfahren habe und wie es jetzt weitergeht: mit all seinen kurzen, intensiven Höhen und vielen Tiefen. Allerdings ist der Schmerz und die Dauer-Abspaltung immer noch da - und zwar permanent. Meine echte Hoffnung und Geborgenheit in Gott und der Dauer-Kampf wechseln sich immer ab...

3.1. Infos zum Thema sexuellen Gewalt:

Tabu sexuelle Gewalt  Polizei Verlag GmbH

Anzeichen für sexuelle Gewalt am Kind Initiative des österreichischen Bundesministeriums

3.2. Hilfe und Rat

Telefonseelsorge oder vor Ort

Deutsche Depressionshilfe

Nummer gegen Kummer

Beratung für Betroffene organisierter und ritueller Gewalt

Hilfeportal Gewalt gegen Frauen

Digitaler Kinderschutz

Therapeutensuche: Bundestherapeutenkammer

3.3. Kampf gegen Zwangsprostitution

Gemeinsam gegen Menschenhandel e.V.

Mission Freedom e.V.

Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung in Berlin, Alabaster Jar e.V.

Deutsche Zweig von International Justice Mission e.V.

3.4. Private Websites, die ich empfehle

Leben mit seltener Erkankung namens Achalasie

Transgenerationstraumata bewältigen

Alles-nur-psychisch

Blog über das Leben mit psychischer Erkrankung als Studentin

3.5. Sonstige Websiten zu Thema Traumabewältigung

Zurück ins Leben n.e.V.

Gottessuche nach Gewalterfahrungen


Inhaltlich verwendete Links:
[1] Pressemitteilung von Gunnar Bartsch, https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/fibromyalg/ 14.3.2013

Zum Anfang zurück