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Leben mit posttraumatischer Belastungsstörung

und mit Jesus

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Tabus brechen

Vergewaltigung ist Seelemord, zerstörtes Leben, zerstörte Seele
Meine Heimat ©Foto: S.D.Q.
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Über mich

Gespaltenes Ich - Trauma
Das bin ich ©Foto: SDQ

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Ich bin in Bayern im Jahr 1976 geboren. Ich habe ein Bindungstrauma erlitten und wurde komplex traumatisiert (Trauma Typ II - wiederholte, andauerende Traumatisierungen) durch meine Erziehung (Lieblosigkeit, hartes Strafen, soziales Ignorieren). Letzteres war das Allerschlimmste: Immer wieder über viele Wochen & Monate hinweg wurde ich ignoriert, betrat ich grüßend das Haus / Raum, wurde wortlos der Raum verlassen, setzte ich mich mittags - auch mit Essen - zu Tisch, wo schon gegessen wurde, wurde wortlos der Raum verlassen. Später hörte ich, dass das Essen ohne mich nachgeholt wurde. Ich wurde partou auf ganzer Linie sozial ignoriert. Als Kind / Teenager was das das Grausamste für mich. Ich verstand die Welt nicht und dachte immer: "Ich bin ein Stück Scheiße. Mich nur zu grüßen, mit mir den selben Raum zu teilen oder nur schweigend zu essen, ist schon eine Qual für andere - ich bin ein lebensunwertes Nichts, ein Tumor, der stört." Es gab auch keine anderen heilenden Einflüsse durch - langfristig verfügbare - sonstige familiäre Bezugsperson wie Großeltern, Onkel, Tanten etc., die mir je eine andere Realität vermittelt haben. Dadurch habe ich eine schlimme Täteridentifikation (Introjekt) entwickelt, siehe Punkt 3.1.d. Durch weitere z.T. schwere Einzel-Erlebnisse in meiner Kindheit, Jugend und Erwachsenenleben habe ich diverse Trauma Typ I (einmalige, kurzfristige Traumata) erlebt, die mir dann schließlich den Rest gegeben haben. Hier gehts weiter zum Thema: Gibt es das Böse im Menschen?" oder "Weitergabe von Gewalt."

Ich war eine Frühgeburt und musste viele Wochen sehr untergewichtig im Brutkasten verbringen. Im Anschluss war ich leider ein Flaschenkind mit chemischem Milchersatz und habe durch all diese Ereignisse ein Existenz- und Bindungstrauma erlitten. Hier (unter Punkt 3.5) erfahren Sie, was ein Existenz- und Bindungstrauma ist.

Im Alter von 10 Jahren überlebte ich in Süd-Ost-Europa eine Kindesentführung durch einen brutalen und sadistischen Kindervergewaltiger. Eine flüchtige Urlaubsbekanntschaft hatte sich unserer Vertrauen erschlichen und mich in eine fiese Falle gelockt und dann weggeschafft. Ich erinnere mich genau an den ersten gewaltsamen und sexuellen Übergriff und dann daran, dass ich blutüberströmt, stark verletzt, mit starken Schmerzen wieder "da war". Den Rest hat meine Seele abgespalten. Wichtige psychologische und medizinische Hilfe wurde mir leider danach verwährt... Danach war das Wenige Lebendige in mir auch noch abgestorben, und ich machte wieder ins Bett und schlafen wollte ich nur noch mit Licht. Viele Jahre nach diesem Erlebnis schlief ich mit offenen Augen. Ich bekam auch so furchtbare, attackenartige Herzstiche, dass ich nicht mehr in die Schule wollte. Die Untersuchung beim Kardiologen ergab "keinen Befund." Das großflächige Narbengewebe auf dem Rücken durch die Folter habe ich dann 2012 in der Rechtsmedizin abklären lassen. Es wurde mir - das war sehr wichtig für mich - zweifelsfrei bestätigt, dass es unbehandelte, schlechte vernarbte, tiefe Misshandlungsnarben sind. Ich habe mich später entschieden, diese unter einem Tattoo zu versteckten. Denn Leute redeten offen oder heimlich über mich, wenn man mich im Schwimmbad sah. Das wollte ich nicht mehr ertragen müssen. Diese Narben verursachen auch heute noch quälenden, chronischen Juckreiz. Hier sehen Sie, welche Werke ich zu diesem Gewalterlebnis in der kreativen Traumabearbeitung (Poesie/Malen) erschaffen habe.

Im Alter von 12 und 15 Jahren wäre ich fast ertrunken, habe nur mit Glück überlebt. Beim ersten Mal verhakte sich mein Badeanzug an der Treppe im Nichtschwimmerbecken, unter der ich hindurchtauchte. Niemand sah meinen verzweifelten Überlebenskampf im Wasser. Ich war wie so oft alleine schwimmen gegangen. Nach diesem Erlebnis, den Tod durch Ertrinken fast erlebt zu haben, entwickelte ich ständig Alpträume von dem Fast-Ertrinken. Ich erzählte aber niemand davon, weil ich dachte, "wozu, es interessiert doch eh keinen." Beim zweiten Mal geriet ich in Frankreich bei "roter Flagge" in eine gefährliche Strömung und kam nicht mehr an Land... Hier (unter Punkt 3) finden Sie eine wissenschaftliche Erklärung, was eine Posttraumatische Belastungsstörung ist.

Im Alter von 15 Jahren geriet ich nach einer VIVA-Musiksendung zur Suche von Brieffreundschaften, wo meine komplette Adresse und Foto im TV veröffentlicht wurde (damals Anfang der 1990er Jahre leider normaler Usus), an Stalker und/oder potentielle Ver- oder Einbrecher. Diese riefen mich an (meine Eltern standen im Telefonbuch) und drohten durch Zweideutigkeiten, mir etwas anzutun bzw. in mein Elternhaus einzubrechen. Die Polizei wurde eingeschaltet inklusiver Fangschaltung. Sehr lange Zeit danach litt ich ständig unter Paranoia, dass ich verfolgt werde, wenn jemand zu lange hinter mir ging. Schließlich kannten sie meine Adresse und mein Aussehen. Aber gemeldet hatten sie sich aber nie wieder.

Im Alter von 18 Jahren entging ich mit Glück gegen 22 Uhr in der Straße meiner Eltern am Stadtrand einer ländlichen Kleinstadt nur durch meine kurze, aber intensive Gegenwehr einer Vergewaltigung durch einen betrunkenen mir völlig Unbekannten. Der Täter sprang von einem riesigen Gartenabfallcontainer herunter, als ich gerade vorbei ging: Ich hörte den platschenden Aufprall der Füße hinter mir. Dann umrundete er mich kurz mit flapsigen Sprüchen. Erst als er mich plötzlich angriff und von den Füßen reißen wollte, sah ich, dass sein Geschlechtsteil entkleidet und erigiert war, und ich roch seine Fahne. Auch erkannte ich ihn als den mit aktuellem Steckbrief polizeilich gesuchten Vergewaltigungsserientäter aus dem Landkreis. Dass ich mein Abitur später noch überhaupt schaffte (LK Physik + Geschichte), war ein Wunder. Das erste Wunder meiner schulischen Laufbahn. Denn meine Schlafstörungen, die immer schon da waren, nahmen weiter zu...

Im Alter von 20 Jahren wurde ich in Lateinamerika früh abends Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls am öffentlichen Strand. Ich sah - unfreiwillig - zu, wie meine Freundin körperlich von Hinten angesprungen und ausgeraubt wurde. Ich erstarrte bei dem Anblick und ihrem Angstschrei; als er langsam auf mich zu ging, sagte ich im Slang - reflexartig und ohne nachzudenken - dem Täter, dass es nicht nett sei, was er da tut. Als Antwort hechtete er dann auf mich zu und legte die gefährliche Stichwaffe, die die ich im Dunkeln gar nicht gesehen hatte, direkt an meine Halsschlagader. Ich hob verängstigt nur die Hände und sagte beschwichtigend: "Okay, okay, beruhige dich, alles klar." Dann riss er mir meine Halskette mit Goldanhänger ab. Später schimpfte ein sehr gut befreundeter Einheimischer mit mir, wie äußerst riskant mein Verhalten war. Denn wer sich wehrt, wird oft gleich getötet, so wie der Kommilitone meines guten Freundes, der seine Lederjacke nicht sofort herausgeben wollte und dafür erstochen wurde. Es gab übrigens Zeugen des Ganzen, einige Einheimische verhöhnten uns mit "Na, habt Ihr Angst gehabt?" usw., aber auch mit sexuellen Anzüglichkeiten. Schon wenige Monate nach diesem Vorfall bekam ich Flashbacks an den Überfall.

Im Alter von 20 Jahren erlebte ich auf sehr dramatische Weise ein schweres Erdbeben in Lateinamerika. Im Epizentrum hatte es auf der Richterskala eine Stärke von 7,1. Ich war über 100 km vom Epizentrum entfernt, dennoch war es sehr stark zu spüren. Es brach eine furchterregende Massenpanik aus, denn in dieser Stadt gibt es regelmäßig starke Erdbeben mit hunderten bis tausenden von Toten, weil der geologische Untergrund sehr weich ist. Fast alle kreischten, und jeder kämpfte für sich den Weg nach draußen durch das Treppenhaus. Dieses Erlebnis triggerte all meine Todesängste, Ohnmacht, denn ich befand mich zum Zeitpunkt des Erdbebens ganz oben in einem Wolkenkratzer...

Als 21-jährige - mitten in meiner physikalisch-technischen Ausbildung - wurde ich 1997 in Spanien (Kanarische Inseln), Opfer einer Vergewaltigung. Im Rahmen einer flüchtigen, platonischen Bekanntschaft mit einem allseits beliebten Barkeepers aus dem Hotel, indem ich wohnte, wurde ich gegen 20 Uhr in eine fiese Falle gelockt. Er überredete mich, mir eine "coole Bar" in der nächsten Nähe zu zeigen, bis ich dann endlich nachgab. Die angepriesene Bar konnte ich von "meinem" Hotel aus schon von Weitem sehen. Allerdings war es eine optische Täuschung, wie ich später bemerkte. Denn die Natur war hügelig. Der Weg ging abschüssiger als ich es vermutet hatte und bald konnte ich das Ziel plötzlich nicht mehr sehen, und die Gegend kannte ich auch nicht. Dass es hinter dem Hotel so abgelegen war, hatte ich unterschätzt. Und genau da, wo ich am schutzlosesten weit weg von rettenden Menschen mitten im Nichts war, ahnte ich schon Böses. Kurze Zeit nach der Vorahnung, da wo es am Dunkelsten war, hat er mich attackiert. Es ist offensichtlich, dass es eine Masche war, auf Schritt und Tritt geplant. Dass Vergewaltiger sich eine Methode zur Überwältigung suchen, habe ich hier unter unter Punkt 2 Wissenschaft: Empirisches über Vergewaltigungen beschrieben. Ich halte ihn immer noch für einen Serientäter. Ich dachte, er würde mich danach töten... Hier sehen Sie, wie ich die schmerzhaften Gefühle der Tat und dem Täter gegenüber in gemalten Bildern und intimen Gedichten umgesetzt habe. Angezeigt habe ich ihn nicht: Ich war viel zu eingeschüchtert und allein im Urlaub.

Trotz schwerster Alpträume, Schlafstörungen und mit einem Angst und Erschöpfung bedingten sehr ausgeprägten Tremor (Zittern) der Hände habe ich den Berufsschulabschluss geschafft. Das zweite Wunder meiner schulisch-beruflichen Laufbahn. Und das war es wirklich: erstens der enorme Leistungsdruck und zweitens im Labor zu arbeiten oder technische Zeichnungen anzufertigen, wenn man vor Zittern kaum den Stift halten oder normal mit den Händen arbeiten kann, ist alles andere als einfach.

Da diese Straftat während meiner prägenden Phase der physikalisch-technischen Ausbildung stattfand, saß ich später völlig verstört und überfordert mit mir selbst in den technischen Vorlesungen. So hat mein Gehirn Vergewaltigung, Schmerz und Todesangst mit technischen Inhalten verknüpft, genannt sekundäre Traumatisierung. Hier (unter Punkt 3.1.) finden Sie eine wissenschaftliche Erklärung, was eine sekundäre Traumatisierung ist. Auf diesem Grunde wurde ich später für alle technischen Berufe für berufsunfähig eingestuft. Um mich privat diesem Technik-Trauma zu konfrontieren, habe ich den Quellcode dieser Website selbst geschrieben und keinerlei Hilfstools genutzt. Das dauerte ca. 800 harte Arbeitsstunden, inklusive des Selbststudiums der zwei Formatierungssprachen des Webs. Bei Interesse, siehe Quellcode: rechte Mause-Taste => Seitenquelltext anzeigen.

Trotz der sekundären Traumatisierung studierte ich noch bis zum 25. Lebensjahr und bis zum 3. Semester Medizintechnik. Aber Dauerstress und die technischen Inhalte triggerten meine sekundäre Traumatisierung und alle anderen Trauma-Symptome, so dass ich mein bis dahin sehr erfolgreich verlaufendes Ingenieur-Studium abbrechen musste. Denn ich begab mich in die erste stationäre Traumatherapie, die 4 Monate dauerte.

Das letzte Mal in Vollzeit habe ich 2004 im Alter von 28 Jahren als Anlageberaterin für Schiffs- und Immobilieninvestitionen gearbeitet. Langfristig arbeiten in der technischen Branche war leider ausgeschlossen nach dem Erwerb der sekundären Traumatisierung ("Technik-Angst"). Trotzdem hatte ich noch eine Zeit in der Forschung der Elektrochemie als Technische Assistentin mitgearbeitet.

2005 überlebte ich als 29-jährige in einem Lehrkrankenhaus einen skandalösen eigentlich nicht-überlebbaren schweren Ärztefehler durch unterlassene Hilfeleistung in einem Lehrkrankenhaus. Ich bat, nein, ich bettelte inständig um Hilfe, aber man hielt mich für eine Simulantin. Dann war es zu spät; ich "landete" auf der Intensivsation und wurde über fast eine Woche unzählige Male wiederbelebt. Die wenigen Momente, die ich kurz bei Bewusstsein war, waren grauenvoll: Ich war so einsam, sterbensschwach, keiner wusste, dass ich im Krankenhaus auf der Intensivstation war... Ein behandelnder Krankenpfleger der Intensivstation sagte mir später, mein Überleben sei medizinisches Wunder gewesen. So was hätten sie alle, auch die, die mehr als 20 Jahre auf der Intensivstation arbeiten, noch nie erlebt. Sie hätten nicht einmal geglaubt, dass ich die nächste Stunde überleben würde, geschweige den nächsten Tag, dann den übernächsten Tag usw. Ich stand immer wieder vor Gott. Er habe mich aber nicht haben wollen. Dass ich jetzt noch lebe, sei ein medizinisches Wunder. Wie es scheint, habe ich hier noch einen wichtigen Auftrag zu erfüllen, so der Intensivkrankenpfleger später zu mir.

Ein Anwalt, den ich kontaktiert hatte, sagte, ich hätte die gesamte Station auf unterlassene Hilfeleistung (Strafrecht!) verklagen können. Zum Verkraften des erlittenen Schockes brauchte ich jedoch 2 Jahre, da war alles schon verjährt.

Im Alter von 34 Jahren musste ich dann 2010 unfreiwillig in volle unbefristete Erwerbungsunfähigkeitsrente gehen. Vorangegangen war eine 2-jährige berufliche Reha, inkl. kaufmännischer Umschulung und Vorbereitungsmaßnahme. Aber meine zahlreichen Beschwerden waren zu massiv, dass die Maßnahme gegen meinen Willen beendet wurde. Einerseits hatte ich so viele halbe oder ganze Fehltage, andererseits brachte ich keine Leistung mehr zustande, wenn ich anwesend war, dass es nicht mehr tragbar war.

Im Alter von 34 Jahren habe ich auch eine Schwerbehinderung von 50% erhalten. Schon vor einigen Jahren hätte ich einen Verschlechterungsantrag stellen können. Ich bin am überlegen, ob ich den Aufwand jetzt wagen soll. Was ich seit meiner Berentung in meinem Leben getan habe, um mir den Tag zu füllen, finden Sie unter mein Alltag.

Mit 39 Jahren reinzinierte ich - dank meines Bindungstraumas, siehe Diagnose Trauma - gute zwei Jahre lang meine desaströse Kindheit mit meinem ersten richtigen Beziehungspartner: die Hölle. Es ging zwar nicht um Leben & Tod, wie bei den anderen Ereignissen (s.o.), aber die Wucht dieser intimen & schmerzhaften Erfahrung hatte ein apokalyptisches Ausmaß für mich. Erschreckend, dass so meine erste richtige Liebeserfahrung aussah: nämlich systematische Abwertung - Erniedrigung - Mobbing - psychische Gewalt! Alles war Zielscheibe zum Runtermachen: z.B. mein Aussehen, meine Frisur, meine Kleidung, mein regionaler Dialekt, mein Wesen, wie ich einen Satz formulierte hatte, meine Schwachstellen u.v.m. - einfach alles, was möglich war. Er sagte auch gebetsmühlenartig, dass kein Mann dieser Welt es mit mir aushalten würde, wenn dieser mich mal richtig kennen würde. Ich solle mich glücklich schätzen, dass er mich trotzdem liebt und mit mir zusammen ist. Es ist schon bemerkenswert, was man aushält, wenn man es in der Kindheit nicht anders gelernt hat! Auf ca. 40 Abwertungen kam ein kleines Kompliment, nach dem ich dann - unbewusst - gierte. Krankhaft suchte ich immer nur die Schuld bei mir, nie bei ihm, entschuldigte mich für alles und verharrte hilflos in diesem Missbrauchssystem. Heute weiß ich, dass das von ihm keine Liebe gewesen kann. Und ich bin so froh, dass es bei mir irgendwann klick gemacht hat. Diese Erfahrung hat mich definitiv etwas gelehrt: Selbstschutz, auf meinen allererstes Bauchgefühl hören und meinen Selbstwert erkennen! In diesem Gedicht habe ich das (Lebens-)Kapitel thematisiert: Für meinen Ex. Trotz der gewonnenen Weisheit habe ich tiefe Wunden davon getragen, aber so was wird mir niemals mehr passieren!

Im Alter von 41 Jahren verlor ich durch einen selbstverschuldeten Brandunfall in der Küche meinen Geruchssinn und Geschmacksvermögen. Ich atmete hochgiftige Plastikdämpfe einer lichterloh brennenden Silikonbackform ein. Ich schaltete die falsche Herdplatte ein, auf der sie lag, als ich Kartoffeln kochen wollte und verließ den Raum, in dem Glauben alles richtig gemacht zu haben. Das plötzliche Ereignis versetzte mich in Panik, Schock und Todesangst. Auch wenn nur 15x15 cm Plastik brennt, füllt der giftige, pechschwarze Rauch des Polymers die gesamte Wohnung binnen ca. 60 Sekunden, dass man kaum noch die Hand vor Augen sieht - das geht alles blitzschnell. Schnelles Handeln ist wichtig. Ohne die Rauchmelder wäre ich wohl jetzt tot. Denn nur die piependen Warnmelder der gesamten Wohnung machten mich auf das Problem aufmerksam. Weil grade die Dämmerung einsetzte, saß ich noch im Dunkeln und telefonierte und bemerkte nichts von dem Rauch. Der Verlust dieser zwei Sinnesorgane macht mich todunglücklich und untröstlich. Der Prof. Thomas Hummel [1], von der Uni Dresden, sagt, 2/3 der Patienten mit plötzlichem Geruchssinnverlust erleiden milde Depressionen. Der Grund: Das Geruchszentrum im Hirn überlappt sich mit dem Emotionszentrum. Die Mutter von dem TV-Komiker Hape Kerkeling hat deswegen Suizid begangen. [1] Und mein Neurologe sagte, ohne Geruchsinputs verkümmert ein Teil im Gehirn, weil der nicht mehr genutzt wird. Da nach dem ersten Jahr nach dem Inhalationstrauma keine Regeneration stattgefunden hat, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Regeneration jetzt statistisch bei nur noch 10% bis zur Vollendung des fünften Jahres nach dem erlittenen Trauma. Groß ist die Chance nicht, und ob ich noch hoffen soll, weiß nicht. Geruchstrainings und hochdosierte Kortisontherapien in Tablettenform haben nicht geholfen. Jetzt verstehe ich Menschen nur zu gut, die durch Eigenverschulden sich selbst oder Dritten großen Schaden zufügen. Eine kurze Unachtsamkeit, und danach ist alles, aber wirklich absolut alles anders geworden. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Jedes Mal, wenn ich in den Medien von einem Wohnungs- oder Hausbrand lese mit Toten, denke ich, das hätte ich auch sein können. Wäre das das bessere Schicksal gewesen? Oder soll ich "glücklich" sein mit dem Folgeschaden überlebt zu haben?

Überlebenskampf Trauma, habe ich kämpfe für jede kleinste Besserung
Mein Leben = Sackgasse, Nordsee ©Foto: S.D.Q.

Fazit:

Jetzt haben Sie einen kleinen Eindruck, wie sich mein (Todes-)Angstgedächnis in der Kindheit, Jugend und frühe und auch spätere Erwachsenenleben entwickelt hat. Ich habe nicht alle Angst-Erlebnisse hier aufgelistet habe, aber die wichtigsten. Alle Traumata musste ich alleine bewältigen. Nach jedem Trauma war meine vorgeschädigte Seele noch mehr geschädigt. Außerdem triggerte jede neue Traumatisierung einen oder mehrere Aspekte früherer Traumatisierungen, z.B. nicht beachtet werden, Erniedrigung, Einsamkeit, Hilflosigkeit, Schuldgefühle, Ohnmacht, Verzweiflung, (Todes-)Angst, und dass die Welt ein unsicherer Ort ist. Das früh erworbene negative, gefährliche Weltbild wurde durch jede weitere Traumatisierung erneut bestätigt, wie die Psychologen es beschreiben.

Diese Website ist mein Lebenswerk. Aber sie ist noch viel mehr: Sie ist hat mir einen Lebensinn gegeben, weiter zu kämpfen und doch wieder ernsthafter die Selbsttröstungsübungen anzuwenden und v.a. Gott meine Wunde anzuvertrauen. Sehr kleine Veränderungen spüre ich jetzt, z.B., wenn ich mal kurz über einen Witz herzlich lachen kann. Der Weg ist lang, aber vielleicht kann ich in ein paar Jahren dauerhaft größere Früchte ernten.

Und wie es schien, hat Gott tatsächlich am 04.08.2020 plötzlich EINE Wunde (von meinen vielen) schlagartig und auf medizinisch nicht erklärbare Weise ins Positive geändert. Zu diesem Wunder habe ich eine Gedicht ("Lebensbaum") geschrieben. Jetzt habe ich neue Hoffnung, dass mein Leben doch noch etwas lebenswerter werden könnte. Obwohl es gibt noch unfassbar viel zu tun und zu heilen. Schauen Sie aber gern auf meinen öffentlichen Facebook-Blog: "Leben mit komplexer PTBS", denn dort beschreibe ich detalliert meine erste wahre (Teil-)Heilung, die ich je erfahren habe und wie es jetzt weitergeht mit seinen kurzen Höhen und vielen Tiefen. Mein Leben bleibt ein Kampf gegen die Vergangenheit. Lesen Sie aber auch hier gern noch eine detaillierte, intime Beschreibung meiner Motivation, warum ich diese Seite erstellt habe.

Verwendeter Quelle
[1] Bild-Artikel von 13.01.2021, von Sandra Spieker, https://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/riechen/die-macht-des-geruchssinns-38035236.bild.html, zuletzt aufgerufen am 13.1.2021

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